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aktionbildung - Wir bauen auf.Berufliche Bildung!
Projekt zur Weiterentwicklung und Verbesserung der Praxis beruflicher Bildung für Menschen mit Behinderungen im Berufsbildungsbereich der Werkstätten für behinderte Menschen.
Grundlagen
Seit 1. Juli 2001 benennt das SGB IX den Auftrag der Werkstätten für behinderte Menschen wie folgt:
"Die Werkstatt für behinderte Menschen ist eine Einrichtung zur Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben im Sinne des Kapitels 5 des Teils 1 und zur Eingliederung in das Arbeitsleben. Sie hat denjenigen behinderten Menschen, die wegen Art oder Schwere der Behinderung nicht, noch nicht oder noch nicht wieder auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können,
1. eine angemessene berufliche Bildung und eine Beschäftigung zu einem ihrer Leistung angemessenen Arbeitsentgelt aus dem Arbeitsergebnis anzubieten und
2. zu ermöglichen, ihre Leistungs- oder Erwerbsfähigkeit zu erhalten, zu entwickeln, zu erhöhen, oder wiederzugewinnen und dabei ihre Persönlichkeit weiterzuentwickeln.
Sie fördert den Übergang geeigneter Personen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt durch geeignete Maßnahmen. Sie verfügt über ein möglichst breites Angebot an Berufsbildungs- und Arbeitsplätzen sowie über qualifiziertes Personal und einen begleitenden Dienst." (SGB IX).
Mit diesen Vorgaben ist die Werkstatt der Zukunft herausgefordert, die Rahmenvereinbarungen zwischen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten (BAG:WfbM) und der Bundesanstalt für Arbeit (BA) von 1996 wirkungsvoll in die Praxis umzusetzen.
Die vier Fachverbände der Behindertenhilfe haben gemeinsam ein Projekt gestartet, um dieses Vorhaben zu unterstützen und Werkstätten Möglichkeiten und handhabbare Wege beruflicher Bildung aufzuzeigen. An vier ausgewählten Standorten sollen erprobte Konzepte beruflicher Bildung eingeführt und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Werkstatt angepasst werden.
Unsere Leitfrage lautet:
"Was braucht die Werkstatt für behinderte Menschen, um berufliche Bildung zu organisieren?"
Unser Ziel ist es, gute Beispiele zu sammeln und diese gemeinsam mit den Konzepteignern weiterzuentwickeln.
Die Ergebnisse stellen wir den Werkstätten zur praxisgerechten Handhabung zur Verfügung.
Aus der Praxis - Für die Praxis
Die Projektteilnehmer
- Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)*
- Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. (BVLH)
- Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP)
- Verband für Anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und Soziale Arbeit e.V.
Beraten werden die vier Fachverbände durch die
- Bundesarbeitgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V (BAG:WfbM)
sowie
- Bundesagentur für Arbeit (BA)
Seit April 2001 wird aktionbildung finanziert vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe sowie aus Eigenmitteln der beteiligten vier Fachverbände. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.
*Projektkoordination
Die Modellstandorte
Jeder Fachverband hat eine Werkstatt vorgeschlagen, in der das Projekt konkret umgesetzt werden soll.
Die Auswahl war von einem zielgruppenorientierten Gedanken getragen, um ein möglichst breites Spektrum an Werkstattalltag einzufangen. Der ganzheitliche Prozess der berufsorientierten Qualifizierung, also soziale und berufsorientierte Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen stehen im Mittelpunkt des Projekts.
Der Mensch mit seiner individuellen Bildungsfähigkeit und Bildungsbedürftigkeit ist hier der Auftraggeber.
Standort Wismar
Die Werkstätten in Wismar wurden von der Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. vorgeschlagen.
Der Berufsbildungsbereich wird für die individuellen Anforderungen und Kompetenzen von Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbehinderung organisiert. Auf eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen wird großen Wert gelegt.
Standort Wuppertal
Das Troxler-Haus in Wuppertal wurde vom Verband für Anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und Soziale Arbeit e.V. vorgeschlagen.
Der Berufsbildungsbereich wird für die individuellen Anforderungen und Kompetenzen von Menschen mit geistiger Behinderung und Lernbehinderung organisiert. Auf eine enge Verknüpfung zu den Förderlehrgängen des Arbeitsamtes (F2, F3) wird besonders geachtet.
Standort Speyer
Die Wichern Werkstätten wurden vom Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. vorgeschlagen.
Der Berufsbildungsbereich wird für die individuellen Anforderungen und Kompetenzen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen organisiert. Auf eine enge Verknüpfung zu Integrationsfirmen wird besonders geachtet.
Standort Schwäbisch Gmünd
Die Werkstatt der Stiftung Haus Lindenhof wurde von Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) vorgeschlagen. Der Berufsbildungsbereich wird für die individuellen Anforderungen und Kompetenzen von Menschen mit schwersten und Mehrfachbehinderungen organisiert. Es wird sorgfältig darauf geachtet, daß für Menschen mit besonders schweren Behinderungen die Aufnahme in die Werkstatt ermöglicht bleibt.
Projektauftrag / Arbeitsweise
Das Projekt hat den Auftrag, die Praxis beruflicher Bildung im Berufsbildungsbereich zu unterstützen, weiter zu entwickeln und zu verbessern. Die Betonung liegt hierbei auf dem Begriff der Praxis.
aktionbildung hat den Anspruch, praxisnah und handhabbar zu sein. aktionbildung wird modular aufbereitete Elemente beruflicher Bildung entwickeln und an den Modellstandorten erproben, die den Werkstätten helfen, ihren Berufsbildungsbereich auszubauen. Hierbei wird nicht von der Maxime ausgegangen, das "Rad neu zu erfinden". Die bundesweit einfließenden Erfahrungen und Inhalte täglicher Werkstattarbeit werden gesammelt, getestet und so aufbereitet, dass jede einzelne WfbM sie für sich nutzbar machen kann.
aktionbildung wird Umsetzungsstrategien zeigen, wie berufliche Bildung organisiert sein kann.
Zu diesem Zweck wird ein sich ständig erweiternder Medienpool erstellt, der den Werkstätten zur Verfügung steht.
aktionbildung versteht sich als Wissensvermittlungsdienst!
Nach Möglichkeit wird auf eine enge regionale Vernetzung mit der jeweiligen Sonderschule, dem Berufsbildungswerk und sonstig beteiligten Akteuren beruflicher Bildung geachtet.
Die marktgängigen Testverfahren werden auf ihre Eignung geprüft und eventl. auf den Diagnosebedarf bei Menschen mit schweren Behinderungen adaptiert.
Leicht handhabbare Bewertungssysteme werden getestet und eingeführt. Dabei wird auf eine offene Zusammenarbeit zwischen dem Mensch mit Behinderung (Mitarbeiter) und der Fachkraft zur Arbeits- und Berufsförderung geachtet.
Lehrpläne für den theoretischen Unterricht im Berufsbildungsbereich werden getestet, eingeführt und fortgeschrieben.
Prüfungsverfahren mit Zertifikat werden getestet und eingeführt.
Informationen zur Entwicklung der aktionbildung erhalten die Fachausschüsse der WfbM, die Berufsberatungsdienste der Arbeitsämter sowie die Bildungsstätten der Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung über spezielle Veranstaltungen der LAG WfbM in den Bundesländern.
Kooperationen
Verbände
Die vier Bundesfachverbände für Menschen mit Behinderungen
- Bundesverband Evangelische Behindertenhilfe e.V. (BeB)
- Bundesvereinigung Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. (BVLH)
- Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP)
- Verband für Anthroposophische Heilpädagogik, Sozialtherapie und Soziale Arbeit e.V.
sowie die
- Bundesarbeitgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen e. V (BAG:WfbM)
und die
- Bundesagentur für Arbeit (BA)
bitten Sie um Ihre Mitwirkung bei der aktionbildung.
Sponsoren
Zur Zeit wird das Projekt ausschliesslich finanziert vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung (BMGS) aus Mitteln der Ausgleichsabgabe sowie aus Eigenmitteln der beteiligten vier Fachverbände.
Sponsoren oder Förderer sind jedoch herzlich willkommen.
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