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Modellstandort Speyer

Wichern-Werkstätten (WfbM)

Träger und Leistungen


Wichern-Werkstätten

Träger der Wichern-Werkstätten ist die Evangelische Heimstiftung Pfalz.

Die Wichern-Werkstätten sind eine Einrichtung mit 5 Betriebsstätten in Ludwigshafen, Speyer (2), Bellheim und Landau zur beruflichen Rehabilitation für Menschen mit einer psychischen Behinderung. Zur Zeit sind ca. 330 Menschen in den Werkstätten beschäftigt.

Unsere Werkstattleistungen sind

  • Individuelle berufliche Rehabilitation (intensiv im Berufsbildungsbereich angeboten)

  • Dauerarbeitsplätze in handwerklichen, gewerblichen und technischen Bereichen.

Inhalte und Ziel

Grundsätzlich haben all unsere berufsfördernden Bildungsmaßnahmen (und besonders jene im Berufsbildungsbereich) die Persönlichkeitsentwicklung und die Verbesserung der Eingliederungsmöglichkeiten in das Arbeitsleben zum Ziel.

Im Wesentlichen lassen sich dabei drei Bestandteile beschreiben:

  • Vermittlung fachspezifischer Kenntnisse, Förderung und Stabilisierung der instrumentalen Fähigkeiten des Rehabilitanden

  • Förderung des Arbeitsverhaltens

  • Förderung des Sozialverhaltens bzw. Förderung der sozio-emotionalen Fähigkeiten.

Selbstbestimmung und Kooperation mit dem Rehabilitanden


Poststelle

In der inhaltlichen Ausrichtung der Arbeit mit psychisch behinderten Menschen ist es uns wichtig, ein soziales Umfeld der Arbeit zu schaffen. Dies dient vor allem der Förderung und der Erhaltung der seelischen Gesundheit.

In einer weitestgehend realistischen Arbeitsumgebung wird ein auf das Individuum zugeschnittenes Rehabilitationsprogramm entwickelt und umgesetzt.

Wir verstehen die Rehabilitanden mit ihrer selbstbestimmten Persönlichkeit als gleichwertige Gesprächs- und Verhandlungspartner. Hierzu gehört, dass sie ihre Rehabilitationsprozesse so weit wie möglich selbst steuern.

Aus dem persönlichen und beruflichen Werdegang und der Krankheitsgeschichte (Förderplanung) ergibt sich die individuelle Zielsetzung der Arbeitsrehabilitation.


Diagnostik und arbeitsbegleitende Maßnahmen

Zu diesem Zweck führen die Wichern-Werkstätten eine detaillierte Eingangs- und Arbeitsdiagnostik durch. Sie orientieren sich dabei an den Definitionen der MELBA-Fähigkeitsprofile.

Es werden folgende Testverfahren durchgeführt:

Nach einer Orientierungsphase von 2 Monaten werden individuelle Förderpläne erstellt. Beobachtungen und Erfahrungen im Berufsbildungsbereich, Gespräche mit den Rehabilitanden und Ergebnisse der Eingangsdiagnostik sind Basis der Förderpläne.

Ergänzend hierzu gibt es in den Wichern-Werkstätten ein breites Angebot von Arbeitsbegleitenden Maßnahmen. Sie umfassen die Förderung der persönlichen bzw. sozialen Kompetenzen, und beinhalten arbeitsfeldbezogene Unterweisungen.

Folgende Angebote haben sich als sinnvoll erwiesen:

  • Reflexionsangebote, auf Wunsch unter Einbeziehung des persönlichen Umfeldes

  • Kognitives Einzel- und Gruppentraining, u.a. COGPACK

  • Training sozialer Kompetenzen

  • Psycho-edukative Gruppenarbeit

  • Psychotherapeutische Einzelgespräche

  • Lebenspraxis und Kulturtechniken

  • Arbeitsfeldbezogene Unterweisung (z.B. Gabelstaplerführerschein, EDV-Grundlagenkurse)

  • Persönlichkeitsfördernde Maßnahmen, z.B. im sportlichen, musisch-kulturellen Bereich


Eule

Die Angebote der arbeitsfeldbezogenen Unterweisungen finden unter normalisierten Arbeitsbedingungen in bereits existierenden Arbeitsgruppen statt. Sie orientieren sich dabei an den jeweiligen Rahmenplänen des Arbeitsbereiches.

Die Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt wird entsprechend des Rehabilitationsverlaufes angestrebt. Der erste Schritt ist dabei die Erprobung der Fähig- und Fertigkeiten des Rehabilitanden im Rahmen eines 4 bis 6-wöchigen Betriebspraktikums. Diese Arbeitserprobung findet in Absprache mit allen am Rehabilitationsprozess Beteiligten statt.


Andreas Schulz
Dipl. Sozialarbeiter
Assistent am Modellstandort Speyer

Speyer, September 2001