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Modellstandort Wismar
Wismarer Werkstätten GmbH,
Gemeinnützige Einrichtung für Menschen mit Behinderung
Träger und Leistungen
Träger der Wismarer Werkstätten GmbH, Gemeinnützige Einrichtung für Menschen mit Behinderung sind:
- Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Wismar e.V. (Hauptgesellschafter)
- Hansestadt Wismar
- "Das Boot", Verein zur Unterstützung psychisch Kranker Wismar e.V.
Die Wismarer Werkstätten GmbH ist heute zugleich Lebensraum und Stätte produktiver Tätigkeit für über 300 Menschen mit unterschiedlichsten Behinderungen.
Die Wismarer Werkstätten GmbH und ihre Einrichtungen und Dienste im Überblick
Werkstätten
- Hauptwerkstatt in Wismar
- Zweigwerkstatt Lukaswiese, Wismar
- Zweigwerkstatt "Factory" (zur beruflichen Rehabilitation für Menschen mit einer psychischen Behinderung), Wismar
- Zweigwerkstatt Bützow
Wohnstätten
- 2 Wohnstätten in Wismar
- Wohnstätte Losten
- Ambulant betreutes Wohnen
Weitere Einrichtungen
- Ambulante und mobile Frühförderung
- Familienentlastender Dienst
- Werkstattladen in Wismar
Unsere Werkstattleistungen
- Eingliederung der Menschen mit Behinderungen in das Arbeitsleben, Schaffung von Dauerarbeitsplätzen
- Entwicklung, Erhaltung oder Wiedergewinnung ihrer Leistungsfähigkeit
- Gewährung eines ihrem Leistungsvermögen angemessenen Arbeitsentgeltes
- Ermöglichung von arbeitsbegleitender beruflicher Weiterbildung
- Berufliche Bildung in mehreren Bildungsbereichen entsprechend Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten unserer Auszubildenden im Berufsbildungsbereich
Inhalte und Ziele
Berufliche Bildung ist in unserer Einrichtung ein ganzheitlicher Prozess, in dem den Auszubildenden berufsorientierte Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse und Kompetenzen vermittelt werden. Dabei ist die Förderung der Selbständigkeit und des Sozialverhaltens mit eingeschlossen. Die individuell geäußerten Berufs- und Arbeitsplatzwünsche der Auszubildenden sind für uns Arbeitsgrundlage. Sie haben die Möglichkeit zwischen mehreren Bildungsangeboten entsprechend ihren Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu wählen.
Selbstbestimmung und Kooperation mit dem Rehabilitanden
"Arbeit ist des Menschen stärkstes Band zur Realität"- Dieser Gedanke Sigmund Freuds spiegelt sich in der inhaltlichen Ausgestaltung der Arbeit mit Mitarbeitern und Auszubildenden wider.
Menschen mit geistigen und psychischen Behinderungen sind durchaus in der Lage, anspruchsvolle Produktionsaufgaben zu lösen. Die tägliche Arbeit, das Zusammensein mit anderen Menschen und das Wissen, zum eigenen Lebensunterhalt beizutragen, stärken das Selbstbewusstsein, fördern die Selbstbestimmung und schaffen Zufriedenheit.
In unserer Einrichtung suchen die Fachkräfte zur Arbeits- und Berufsförderung und Mitarbeiter gemeinsam nach dem individuellen Maß an Förderbedarf und Eigenverantwortung mit dem Ziel, eine schrittweise Rehabilitation und soziale Integration zu verwirklichen.
Einen Beruf erlernt zu haben, ist eine wichtige Grundlage für die Entwicklung der Persönlichkeit und gesellschaftliche Integration. Durch die berufliche Qualifizierung der zukünftigen Mitarbeiter werden nicht nur die fachlichen Kompetenzen erhöht, sondern auch Schlüsselqualifikationen erworben, die man auf jedem Arbeitsplatz braucht.
Wir bieten den Auszubildenden ein breites Angebot an beruflichen Bildungsmaßnahmen. Jeder Auszubildende erhält nach dem Eingangsverfahren auf der Grundlage einer gründlichen Eingangsdiagnostik seinen individuellen Bildungsplan, konkret zugeschnitten auf seine Interessen, Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Diagnostik und arbeitsbegleitende Maßnahmen
Eingangsdiagnostik im Eingangsverfahren
Hauptsächliche Ziele der Eingangsdiagnostik im Eingangsverfahren sind:
- Versuch der ständigen Verbesserung von Fähigkeiten und Fertigkeiten, aber auch Anerkenntnis von Grenzen der Leistungsfähigkeit
- Aufzeigen von realistischen Perspektiven der Entwicklungsfähigkeit im Berufsbildungsbereich (Eingliederung in Bildungsbereiche mit unterschiedlichem Anforderungsniveau- berufsbild-, berufsfeld-, arbeitsplatz- und tätigkeitsorientiert)
Die Diagnostik beinhaltet hauptsächlich nachstehende Beobachtungs- und Beurteilungskriterien:
- Feststellung der Fähigkeit, Umwelt zu differenzieren
- Feststellen von Fähigkeiten im Rahmen der Kulturtechniken
- Feststellen von handwerklichen und körperlichen Fähigkeiten
- Feststellung und Förderung der Schlüsselqualifikation für berufliche Flexibilität und Mobilität
- Feststellen der sozialen Arbeitsfähigkeit
- Feststellen der lebenspraktischen Fähigkeiten und Fertigkeiten
Nach Beendigung des Eingangsverfahrens wird auf der Grundlage der erhobenen Leistungsanforderungen und unter Berücksichtigung der Interessen und Neigungen für jeden Auszubildenden ein individueller Bildungsplan erarbeitet. Die Ausbildungsinhalte sind abgeleitet von den verschiedenen Tätigkeiten und Arbeitsplatzanforderungen der WfbM und inhaltlich orientiert an den Ausbildungsrahmenplänen der anerkannten beruflichen Ausbildung (Helfer/ Werker- Berufe) als Obergrenze der beruflichen Bildungsmaßnahme.
Durch die Ausdifferenzierung der individuellen Bildungspläne ist es möglich, dass Auszubildende bei entsprechenden Fähigkeiten und Fertigkeiten in die nächsthöhere Anforderungsstufe wechseln können- oder umgekehrt.
Sollten in der gesetzlich festgeschriebenen Zeit im Berufsbildungsbildungsbereich noch nicht alle Ausbildungsziele erreicht sein, besteht die Möglichkeit, diese auch im Arbeitsbereich arbeitsbegleitend zu realisieren. Außerdem erfolgt auch nach Beendigung der Ausbildung eine ständige Weiterbildung zur Erweiterung der beruflichen Kompetenzen.
Arbeitsbegleitende Maßnahmen
Zur ständigen Förderung der Persönlichkeit, zur Erhaltung und Erhöhung der Mobilität, zur Stabilisierung der Gesundheit und zur Verbesserung der Kommunikations- und Gemeinschaftsfähigkeit bietet die Wismarer Werkstätten GmbH planmäßig arbeitsbegleitende Maßnahmen an.
Diese Maßnahmen beziehen sich hauptsächlich auf den sozialen und lebenspraktischen Bereich sowie auf die Erhaltung und Festigung von erworbenen Kulturtechniken. Außerdem bieten sie Orientierung für die Entwicklung von Freizeitaktivitäten.
Nachstehende Angebote werden u.a. angeboten:
- Leistungen der begleitenden Dienste (Ergotherapie, Physiotherapie, Logopädie)
- Sozialpädagogische Leistungen
- Leistungen auf dem Gebiet der Freizeitpädagogik
- Arbeitsplatzbezogene Unterweisungen
- Arbeitsbegleitende Weiterbildungen (Lagerhelfer, EDV- Grundlagenkurse, Telefonie, Gabelstaplerbedienung)
Der lückenlose Übergang zu höherqualifizierenden Einrichtungen in der beruflichen Rehabilitation (z.B. Berufsbildungs- Berufsförderungswerke) sowie die Integration auf den allgemeinen Arbeitsmarkt werden gezielt angestrebt.
In diesem Zusammenhang werden Betriebspraktika bei unseren Auftraggebern des allgemeinen Arbeitsmarktes sowie Außenarbeitsplätze in diesen Unternehmen angeboten.
Anne Schwirblat
Dipl. Ing. oec.
Assistentin am Modellstandort Wismar
Wismar, September 2001
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